Typische Fälle
Wann lohnt sich der Einspruch gegen den Bußgeldbescheid?
Ob Blitzer, Rotlicht, Abstand oder Handy am Steuer — viele Bußgeldbescheide halten einer genauen Überprüfung nicht stand. Die häufigsten Konstellationen aus der Praxis.
Geblitzt: Geschwindigkeitsverstoß
Sie wurden innerorts oder auf der Autobahn geblitzt. Standardisierte Messverfahren wie Laser- oder Radarmessungen sind regelmäßig angreifbar — Messprotokoll, Eichschein und Rohmessdaten lassen sich anfordern und auf Fehler prüfen.
Rotlichtverstoß an der Ampel
Ein Rotlichtverstoß kostet Punkte, bei mehr als einer Sekunde Rotphase droht ein Fahrverbot. Gelbphasendauer, Standort der Messanlage und die Berechnung der Rotzeit sind häufige Schwachstellen des Vorwurfs.
Abstandsverstoß auf der Autobahn
Abstandsmessungen per Video erfordern eine ausreichend lange Messstrecke und eine konstante Fahrsituation. Bremst der Vordermann abrupt oder schert ein Fahrzeug ein, kann der Vorwurf entkräftet werden.
Handy am Steuer
Der Vorwurf der Handynutzung beruht oft allein auf der Wahrnehmung von Polizeibeamten. Ob tatsächlich ein elektronisches Gerät benutzt wurde — oder nur gehalten oder abgelegt —, ist juristisch genau zu prüfen.
Fahrverbot droht
Ein bis drei Monate Fahrverbot treffen Berufspendler und Selbstständige hart. Bei beruflicher Angewiesenheit kann ein Absehen vom Fahrverbot gegen Erhöhung der Geldbuße nach § 4 Abs. 4 BKatV in Betracht kommen.
Anhörungsbogen und Fahrerfoto
Sie haben einen Anhörungsbogen erhalten, waren aber nicht der Fahrer? Die Behörde muss die Fahrereigenschaft nachweisen. Unscharfe Messfotos und voreilige Angaben im Anhörungsbogen sind häufige Streitpunkte.